STOLKAS STARTING SEVEN WEEK 11

STOLKAS STARTING SEVEN WEEK 11

, 8 min Lesezeit

Jacoby Brissett hat die meisten Pässe in der NFL-Geschichte angebracht, Shedeur Sanders musste debütieren und Jacksonville schraubt die Chargers auseinander: ein ganz normaler NFL-Sonntag. In einer Woche, in der ich den Jungs im Footballwohnzimmer gute Besserung wünsche und hoffe, dass sie mit genug Tee und Ingwer versorgt werden, hat die NFL sich von ihrer besten Seite gezeigt.

In Stolkas Starting Seven küre ich Woche für Woche sieben bemerkenswerte individuelle Leistungen von sieben Spielern in der NFL. Meistens verirrt sich ein Quarterback in diese Auswahl, meistens findet sich auch ein Rookie wieder.

QB, Bryce Young:

Bryce Young ist der Single-Game-All-Time-Passing-Yards-Leader der Carolina Panthers. Das Franchise, welches 2011 Cam Newton gedraftet hat. Beachtliche 448 Passing Yards und 3 Touchdowns (ESPN) hatte Young beim 30:27-Overtime-Sieg der Panthers gegen die Falcons, und Carolina hat damit jetzt genauso viele Siege wie Tampa Bay – an der Spitze der NFC South.

Bryce hat eine ganze Reihe von Big-Boy-Würfen in enge Fenster, in der Bewegung und tief downfield gemacht, und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich dieser Auftritt nicht verwirrt hat. Young hat mehrere In-Breaker auf verschiedenen Ebenen des Feldes auf einen meiner Lieblingsspieler Jalen Coker angebracht und stand dabei mutig in der Pocket. Er war weitestgehend akkurat außerhalb der Nummern, etwa bei Xavier Legettes 36-Yard-TD bei einer Go-Route oder bei einer tiefen 25-Yard-Sail-Route auf einen weit offenen McMillan. Bryce Young hat jetzt 12 Karriere-Siege (lol) – 10 davon endeten mit einem 4th-Quarter- oder Overtime-Game-Winning-Drive. Nach der beeindruckenden zweiten Saisonhälfte im letzten Jahr und der Up-and-Down-Saison in diesem Jahr, mit deutlich mehr Downs als Ups, lässt mich dieses Spiel und dieser Record fragend zurück: Was muss Bryce Young in den letzten sieben Saisonspielen noch zeigen, damit wir ihn auch 2026 als Starter bei den Carolina Panthers sehen?

Ich kann das Quarterback-Segment in dieser Woche nicht schließen, ohne den Namen Josh Allen erwähnt zu haben. Insgesamt 6 Touchdowns gegen ein Tampa-Bay-Team, das offensiv endlich mal wieder so richtig geklickt hat: Buffalo braucht den wilden Allen in dieser Saison, denn anders kommen sie nicht in die Nähe von 44 Punkten.

WR, Michael Wilson

Close enough – willkommen zurück, Larry Fitzgerald. Ihr lacht: statistisch hatte Larry Fitz nie einen individuellen Auftritt wie Wilson am Sonntag. Der Leading Receiver des historischen Jacoby-Brissett-Auftritts war in Abwesenheit von Marvin Harrison Jr. und in Anwesenheit der biertrinkenden deutschen McBride-Fans Michael Wilson. Kein Spieler hat in dieser Saison bisher in einem Spiel mehr Receiving Yards gefangen als der Stanford-Receiver: sage und schreibe 185 Yards bei 15 Catches, neun davon für ein First Down – und das war alles andere als Junk-Volumen oder „schmidProduction. 185 Yards reichen für Platz 5 der All-Time-Receiving-Performances von Arizona (per Jacob Gibbs).

Im ersten Quarter fängt er eine wunderbare Slot-Fade in guter Coverage, setzt dabei seinen physischen Körper exzellent ein und boxt Corner Upton Stout aus, der keine Chance hat. Brissett hat Wilson in diesem Spiel blind vertraut und das hat mächtig Spaß gemacht. Er ging mehrfach tough über die Mitte, scheute sich nicht vor Kontakt, fügte ein wenig nach dem Catch hinzu und gewann 1-gegen-1-Duelle als Outside Receiver. So einen Tag hat der Mann nie wieder, aber das war richtig cool.

Edge, Jaelan Phillips

Als die Eagles vor der Trade-Deadline für Jaelan Phillips getradet haben, hat mir das sehr gut gefallen. Einen 3rd-Round-Pick für ein halbes Jahr eines Spielers, der seinen besten Football in Miami unter Defensive Coordinator Vic Fangio gespielt hat und erst 26 Jahre alt ist: ein toller Move von Howie Roseman. Dass Phillips ein offensichtlicher Unterschiedsspieler für diese Defense sein kann, der sie mindestens ein Level besser macht, habe ich nicht kommen sehen.

Insgesamt 16 erlaubte Punkte gegen die Packers und Lions, der Edgerusher steuerte 12 Pressures und einen Sack hinzu. Besagter Sack und ein Viertel dieser Quarterback Pressures verzeichnete Phillips am Sonntag. Er hatte seinen ungeblockten Sack gegen Goff, bei dem er Sewell mit Geduld hat glauben lassen, er würde sich in Passverteidigung fallen lassen, nur um am Ende doch zu Jared Goff zu kommen. Aber sein bestes Play kam während Detroits einziger Red-Zone-Possession in diesem Spiel: 4th and Goal an der 4-Yard-Line, Phillips schießt mit Speed um die Ecke, schlägt niemand geringeren als Penei Sewell, der seine Hände nicht an ihn bekommt, beeinflusst Goff beim Wurf und verhilft Philly damit zu einem der spielentscheidenden Stops dieser 16:9-Defensivschlacht.

Edge, Myles Garrett

„Garrett spielt nicht mehr um den DPOY bzw. sollte ihm das egal sein. Einziger Titel, um den er spielt, ist es, der GOAT zu werden.“ – Jan Weinreich.

Myles Garrett sackte Lamar Jackson am Sonntag gleich viermal und zeigte erneut eindrucksvoll, dass an ihm als DPOY erneut kein Weg vorbeiführt. Der historische Kontext macht die Garrett-Debatte und seine Leistungen in den letzten Jahren noch interessanter. Bereits in Woche 8 gegen die Patriots brach Garrett Reggie Whites Rekord für die meisten Sacks vor dem 30. Geburtstag mit 110,5 (vorher 108 per NFL). Mit aktuell 117,5 Karriere-Sacks ist Garrett genau 83 Sacks davon entfernt, den All-Time-Sack-Rekord von Hall-of-Famer Bruce Smith zu brechen. Smith hat 19 Jahre NFL-Football gespielt, Garrett geht im nächsten Jahr in Jahr 10.

Ich bin mir selbstverständlich bewusst, dass ich hier für eine Montagabendkolumne in Woche 11 der NFL sehr weit vorausblicke, aber Garrett hat die Chance, an einen Rekord heranzukommen, der eigentlich mal für die Ewigkeit bestimmt war.

Cornerback, Ja'Quan McMillian

Die Broncos schlagen Kansas City und bauen ihren Vorsprung in der AFC West deutlich aus. Der Star dieses Teams ist die Defense, und das sollte auch gegen Kansas City die Geschichte dieses Spiels sein. Der 5'9''-Slot-Corner hat am Sonntag wohl das beste Spiel seiner Karriere gemacht. Nicht nur hat er Mahomes bei 3rd and 14 an der 21-Yard-Line gepickt, er konnte ihn gleich zweimal auf designten Cornerback-Blitzen sacken, die von Vance Joseph zur richtigen Zeit – bei 3rd und 4th Down – herausgeholt wurden.

Bei seiner Interception rollt Mahomes zur rechten Seite raus, verlängert das Play und will Edwards-Helaire in der Endzone finden. McMillian hat zu viel Tiefe, zu viel Sprungkraft, und legt einen beeindruckenden Catch hin, der essenziell für den Ausgang dieses Spiels sein sollte.

Safety, Kamren Kinchens

Now here’s a guy… Die Rams schlagen die Seahawks auf dem Rücken einer grandiosen defensiven Performance und bekommen den Ball dabei gleich viermal von Sam Darnold in die Hände geworfen. Zwei davon konnte Safety Kamren Kinchens abfangen. Der 2024 Third-Round-Pick wächst in dieser Chris-Shula-Defense in eine immer wichtigere Rolle und hat sein Level in dieser Saison merkbar angehoben. Seine Picks gegen Seattle, gepaart mit zwei Pass-Breakups, dürften wohl der beste Tag seiner jungen Karriere gewesen sein.

Gegen Seattle fängt der Mann im Übrigen scheinbar gerne Interceptions: Im letzten Jahr gelang ihm ein 103-Yard-Pick-Six gegen Geno Smith. Beide Picks am Sonntag folgten einem simplen Schema: Sowohl im ersten als auch im dritten Quarter liest er Darnolds Augen, der erst spät zu seinem Receiver kommen will, und fängt den Ball von der Free-Safety-Position ab. Gute Instinkte, wichtige Plays, Spieler des Spiels.

RB, Devon Achane

Europäische Fans durften sich in Madrid wenigstens über einen Mann freuen: Dolphins-Runningback Devon Achane. In einem tristen Footballspiel war er einer der spaßigsten Spieler in der Liga, der wenigstens in Momenten hat vergessen lassen, was sich die Spanier da anschauen mussten.

Achane, der nach 11 Wochen bereits über 1300 Scrimmage-Yards und 9 Touchdowns sammeln konnte, glänzte gegen die Commanders mit seiner gewohnten Vielseitigkeit und Explosivität. McDaniel designte mit dem ersten Play im letzten Viertel einen Jet-Touch-Pass, bei dem ein normaler Runningback für fünf negative Yards gestoppt gewesen wäre. Achaneerzielte ein 8-Yard-Gain.

In 9 von 11 Spielen erzielte Achane 90+ Scrimmage-Yards (NFL+), und auch am Sonntag war er erneut nicht nur ein Faktor auf dem Boden, sondern auch durch die Luft. 120 RushingYards, 45 Receiving Yards, eine Handvoll explosiver Plays: Achane wird aktuell leider verschwendet.


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