STOLKAS STARTING SEVEN WEEK 12

STOLKAS STARTING SEVEN WEEK 12

, 7 min Lesezeit

Woche 12 ist in den Büchern und es war die Woche, in der ich zum ersten Mal im Football-Wohnzimmer dabei sein durfte. Gemeinsam mit Marek und Kan habe ich eines der besten frühen Fenster NFL-Action der gesamten Saison gesehen und hatte dabei richtig Spaß. Jameis Winston, knapper Patriots-Sieg, Playoff-Spiel im Arrowhead, dieser Sonntag hatte wirklich alles, was es braucht. Gute Besserung an Valentin, mich hat es jetzt auch erwischt — kein Grund, ohne Kolumne zu bleiben.

In Stolkas Starting Seven küre ich Woche für Woche sieben bemerkenswerte individuelle Leistungen von sieben Spielern in der NFL. Meistens verirrt sich ein Quarterback in diese Auswahl, meistens findet sich auch ein Rookie wieder.

Quarterback, Cam Ward

Cam Ward hatte gegen die Seahawks den besten Auftritt seiner NFL-Karriere und hat gezeigt, warum er die Zukunft in Tennessee sein wird. Keiner schaut Titans-Spiele, das verstehe ich, aber Wards Rookie-Saison erzählt eine andere Geschichte, wenn man auf das Feld schaut und nicht auf den Statistikzettel. Auch die Statistiken sahen gegen Seattle am Sonntag aber nicht schlecht aus: 28 von 42 durch die Luft mit 256 Yards und einem Touchdown, zusätzlich 37 Rushing Yards und ein Score. Außerdem wurde er lediglich viermal gesackt. Bei 3rd & 4 im 4. Quarter ist Ward in Kreationsmodus gegangen und lieferte eines der beeindruckendsten Plays der Woche. Ward verlässt die Pocket nach Shotgun-Snap, tanzt DeMarcus Lawrence aus, sein Momentum zieht ihn Richtung Seitenlinie und er findet Off-Platform, Cross-Body, Xavier Restrepo in der Mitte des Feldes. Von diesen Plays kannst du natürlich nicht leben, aber es ist schön, dass du sie zeigen kannst. Bei seinem TD-Lauf in der Red Zone beweist er tolle Toughness und nötige Athletik, es waren aber vor allem die echten, sauberen Dropbacks, mit denen Ward gegen Seattle geglänzt hat und die mich bei ihm im kommenden Jahr sehr hoch sein lassen. Eine Wheel Route zu Chig Okonkwo, bei der er eine schnelle Entscheidung trifft und den Ball mit Velocity ins Fenster bringt. Sein bester Wurf des Tages kam bei einem wunderbaren Seam-Ball gegen die Cover 2 der Seahawks auf Receiver James Proche. Ward beweist Touch, Ward beweist, dass er den Ball akkurat Downfield platzieren kann und die Leverage des Safetys in kurzer Zeit richtig einordnen kann, um eine Entscheidung zu treffen. Big-Time Throw.

Edgerusher, Will Anderson & Danielle Hunter

Eine Welt, in der Danielle Hunter der zweitbeste Passrusher eines NFL-Teams ist, ist keine faire. Das Duo der Texans ist das beste in der NFL, daran besteht für mich kein Zweifel, und gegen die Bills haben beide eindrucksvoll bewiesen, warum. Als integraler Bestandteil der Texans-Defense, die Buffalos Offense nach dem ersten Drive des zweiten Quarters punktlos gehalten hat, ließen sie Allen keine Chancen, beeinflussten ihn nachhaltig und hitteten ihn gemeinsam sechsmal. Immer wieder haben die Texans auch wichtigen Druck durch die Mitte kreiert, damit die Pocket kollabieren lassen und Allen keinen Raum gegeben, um zu „klettern“, auch das sei in mindestens einem Satz an dieser Stelle erwähnt. Es war ein toller Gruppen-Effort. Selbstverständlich waren die Stars der Show aber Anderson und Hunter, die gemeinsam für 4,5 Sacks kombiniert haben. Hunter hat die Tackles der Bills — das sind Dion Dawkins und Spencer Brown, keine Unbekannten — mehrfach mit Highlight-Reel-Spinmoves geschlagen und seinen langen Arm benutzt, um Allen beim Wurf zu stören. Ein besonderes Play von Hunter kam, als er Spencer Brown um die Ecke schlägt, zu Josh Allen kommt, seinen Fuß greift, um ihn zu Boden zu bringen, und dann seinen Griff loslässt, um Allen nicht zu verletzen. Hunter führte die Texans in Woche 12 mit 10 Pressures an, während Will Anderson auch nochmal neun Pressures hinzufügte. Andersons explosiver, schneller erster Schritt und seine Fähigkeit, nahezu parallel zum Boden die Edge zu umrunden, machen ihn zu einem der besten Spieler in der NFL. Gepaart mit einer Power, ohne die sein anderes Move-Arsenal nur halb so effizient wäre, wird daraus ein komplettes Passrusher-Profil und ein Spieler, der wohl die meisten trotz seines hohen Draft-Werts nochmal positiv überrascht hat. Ein Tier-2-Passrusher, gemeinsam mit Micah Parsons, der nur nicht zu Tier 1 gehört, weil der Mann, der gleich kommt, von einem anderen Planeten ist. Sein beeindruckendstes Play des Spiels war wohl das Play, in dem er gezeigt hat, welcher Motor in ihm steckt. Anderson sackte Allen und legte dabei mit 51,7 Yards (per NGS) die längste Distanz bei einem Sack hin seit Woche 2 der 2023 Saison.

Edgerusher, Myles Garrett

Ich mache das hier gerne jede Woche. Ich habe da wenig Probleme mit, im Gegenteil, es erfreut mich ungemein. Während Jan auf Twitter argumentieren muss, warum Myles Garrett offensichtlich ein Spieler mit ähnlichem historischem Wert ist wie Aaron Donald, macht er nichts als abliefern. Bereits in Woche 8 hatte ich ihn nach fünf Sacks gegen die Patriots dabei, in der letzten Woche hat er Lamar Jackson viermal erwischt, in dieser schaffte er es dreimal zu Geno Smith und sorgte eigenhändig für den letzten Arbeitstag von Chip Kelly in der NFL-Geschichte. Raiders-Backup-Left-Tackle Stone Forsythe hat praktisch keine Hilfe bekommen, er kann einem leidtun, darüber soll es hier im Detail aber gar nicht gehen. Trotzdem kam jeder von Garretts drei Sacks gegen den Left Tackle. Was vor wenigen Wochen wie ein entferntes Szenario aussah, rückt jetzt immer näher: Myles Garrett könnte den Single-Season-Sack-Rekord brechen. 13 Sacks in den letzten vier Wochen dürften dabei helfen. Aktuell steht Garrett bei 18 Sacks, damit braucht er noch fünf, um den Rekord zu brechen. Unter anderem wird er noch gegen die Titans und Bengals spielen. Um den wöchentlichen Lay-up Myles Garrett hier zu inkludieren ein wenig auszubessern, ende ich mit einem Take: Garrett bricht den Rekord in Woche 17.

Tight End, Jameis Winston

Gerade einmal 50 % Completion Percentage und ein brutaler Overtime-Loss haben noch nie so viel Spaß gemacht. Most fun bad loss of all time. Nicht nur konnte Jameis durch die Luft 366 Yards erzielen und brachte die Giants früh mit 10-0 in Führung, Teilerfolge, er ließ auch das Football-Wohnzimmer, in dem ich glücklicherweise an diesem großen Abend dabei sein durfte, bei seinem Touchdown-Catch mit anschließendem Stiff Arm in vollkommene Ekstase verfallen. Snap zu Jameis, End-Around zu Gunner Olszewski, der Alex Anzalone aussteigen lässt und Jameis dann leicht überwirft, und Winston mit dem Contested Catch auf der Wheel Route gegen Linebacker Kalon Barnes. Es ist schwer, Stats über Jameis zu finden an diesem Tag, denn Quarterback-Play ist natürlich überhaupt nicht die Geschichte dieses Spiels. Es ist die volle Jameis-Experience, aber einen habe ich dennoch dabei: Jameis Winston hat in Woche 12 mit einem Wert von 16,9 alle Quarterbacks in der NFL in EPA angeführt. Gar nicht mal so knapp dahinter war Patrick Mahomes mit 13,3 (per Tej Seth).

Wide Receiver, Wan’Dale Robinson

Come on, denkt ihr, ich fahre den weiten Weg in die Stadt mit den meisten Kirchen Deutschlands — danke für die Info, Jan — um dann in dieser Kolumne nicht die Giants zu glazen? Wann immer die Giants bei RedZone gezeigt wurden, war es Wan’Dale Robinson, der auf dem Bildschirm aufblitzte. Das war sein halbjähriges Standout-Spiel, zuletzt gegen die Cowboys in Woche 2 mit 8 Catches für 142 Yards in einer Saison, die ansonsten auch wirklich ordentlich für den 2022-2nd-Round-Receiver ist. Robinson, dem Valentin wie es scheint nicht viel abgewinnen kann, wird diese Saison still und heimlich mit 1.000 Yards beenden und hat gegen die Lions 156 Yards bei 9 Receptions zu seiner Statline hinzugefügt. Er hat den Flea-Flicker-Touchdown von Jameis gefangen und war bei Jameis’ Catch der Erste zum Gratulieren (Pluspunkte) und hat gleich drei Corner-Routes in der Intermediate Area für First Downs gefangen. Darf ich sagen, dass ich mich freue, Wan’Dale im nächsten Jahr mit Jaxson Dart in einer ausbalancierten Offense, als klare Nummer 3, zu sehen? Denn ich tue es.

Wide Receiver, George Pickens

Die Dallas Cowboys stehen vor einem der besten Probleme in der NFL. In dieser Offseason werden sie George Pickens einen unvorhersehbaren Haufen an Kohle bezahlen, denn er spielt aktuell wie ein unangefochtener Nummer-1-Receiver. Gemeinsam mit Jaxon Smith-Njigba, über den ich hier jede Woche schreiben könnte, ist er aktuell der einzige Receiver mit über 1.000 Receiving Yards und gegen die Eagles war er erneut der dominante 1-gegen-1-Ballgewinner, dem Prescott in diesem Jahr so vertraut. 9 Targets, 9 Receptions, 146 Yards, darunter ein 43-Yards-Catch bei einer tiefen Over-Route gegen Cooper DeJean und Sidney Brown, der einen 3-Play-Touchdown-Drive zum Ausgleich des Spiels starten sollte. Deutlich leichtere Arbeit sollte sein 1-Yard-TD wenige Sekunden vor der Halbzeit gegen Adoree Jackson bei einer simplen Out-Route sein. Der Score brachte für die Cowboys die ersten Punkte aufs Scoreboard. Pickens ist fun.


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