STOLKAS STARTING SEVEN WEEK 4

STOLKAS STARTING SEVEN WEEK 4

, 7 min Lesezeit

Ich bin mir sicher, die Jungs haben den ersten Touchdown der Jaxson-Dart-Ära vollkommen entspannt aufgenommen. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. […] Wir haben ein real Football-Team besiegt.“ Nach dem Spiel war Marek im Football-Wohnzimmer sichtlich gefasst. Glückwunsch, Jungs, auch wenn ich dieses Kapitel NFL-Geschichte gerne streichen würde, wenn wir dafür Malik Nabers und Joe Alt wiederbekommen würden. Woche 4 der NFL ist in den Büchern – und die Patriots haben ein High-School-Footballteam vermöbelt. Und das trotz Valentins bodenlosem Drake Maye disrespect in der Preview ;). That was fun.

In Stolkas Starting Seven küre ich Woche für Woche sieben bemerkenswerte individuelle Leistungen von sieben Spielern in der NFL. Meistens verirrt sich ein Quarterback in diese Auswahl, meistens findet sich auch ein Rookie wieder.

Quarterback: Matthew Stafford

Matthew Fucking Stafford hat beim Sieg gegen die Colts abgeliefert und sein statistisch bestes Spiel als LA Ram gezeigt. Stafford brachte es gegen Lou Anaroumos Defense auf 375 Passing Yards und drei Touchdowns, alleine im vierten Quarter warf Stafford 9/10 Bälle für 172 Yards und 2 Touchdowns (per PFF), inklusive dem 88-Yards-Game-Winner auf Tutu Atwell. Die Colts haben bei dem Play wohl eine der seltensten defensiven Formationen aller Zeiten gespielt. In meiner Zeit als NFL-Fan habe ich noch keine Defense mit fünf Spielern auf der Line of Scrimmage, fünf Defensive Backs und keinem Off-Ball-Linebacker spielen sehen. Wer aufmerksam gelesen hat, dem wird aufgefallen sein, dass Indy bei diesem Play lediglich 10 Spieler auf dem Feld hatte. Inakzeptabel, der Game-Winner für Stafford somit nur ein Layup, aber das nimmt nichts von seinem Auftritt weg. Das Zusammenspiel mit Puka, beispielsweise bei seinem Go-Ball an der linken Seitenlinie, ein brutaler 20-Yard-In-Breaker, den Stafford mit der gesamten Antizipation dieser Welt wirft, und immer auch ein gewisser Flair, den so die wenigsten klassischen Pocket-Passer mitbringen, haben mich in Woche 4 erneut mächtig beeindruckt.

Noch ein wenig NFL-Historie: Mit inzwischen 103 Touchdown-Pässen hat er Kurt Warner überholt und steht auf Rang sechs in der Franchise-Historie. Der 50. Game- Winning Drive seiner Karriere bringt ihn auf Platz fünf all-time, dazu sein 39. Fourth- Quarter Comeback – auch hier bewegt er sich in historischem Umfeld (@jb_long auf X). Es wirkt, als habe Stafford seine Karriere noch einmal geöffnet und auf ein neues Level gehoben.

Wide Receiver: Puka Nacua

Ach komm, weil es so schön war, gleich noch einen Ram. Wie lange fürchten wir uns noch davor, Puka Nacua in die Jamar Chase- und Justin Jefferson-Konversation mit aufzunehmen? Ich bin ehrlich, ganz so weit bin ich noch nicht, aber er hat in dieser Saison erneut einen merkbaren Schritt gemacht. Diese Fähigkeit, als physischer Eins-gegen-Eins-Ballgewinner zu arbeiten, haben wir so von Puka in seiner historischen Rookie-Saison nicht gesehen. Mit 1,88 m und 96 Kilo fliegt Pukas Körperbau für mich seit Jahren unter dem Radar. Das ist ein großer, schwerer Mann,der jedes dieser Kilos nutzt, um sowohl im Receiving-Game als auch im Blocking-Game einen Unterschied zu machen. Als bereiter Blocker hält Puka mit dem Einfluss eines Tight Ends mit und verschafft McVay die Möglichkeit, ihn auch immer mal wieder untypischerweise bei Play-Action durchs B-Gap auf eine Passroute zu schicken, um ein Matchup- und Leverage-Vorteil zu bekommen. Gegen die Colts hat Puka Xavien Howard und Mekhi Blackmon die Hölle auf Erden gegeben und konnte 13 Pässe für 170 Yards und einen Touchdown fangen, darunter ganze acht Catches für ein First Down.

Wide Receiver: Drake London

In einer perfekten Parallelwelt zeigt Drake London so einen Auftritt neunmal im Jahr. Im ersten Quarter fängt er seinen ersten Touchdown der Saison auf einer Stick Route in der Endzone. Penix beginnt die Wurfbewegung lange, bevor London sich umdreht – exzellentes Timing der beiden. Als Washington für Marshon Lattimore getradet hat, stellte man sich das sicherlich auch anders vor. Aber anderes Thema. London hat unter anderem dem Top-Corner der Commanders einen harten Arbeitstag beschert. Er connected mit Penix auf einigen Outbreakern und bekommt sein größtes Play des Tages mit einem 43-Yard-Catch im zweiten Quarter bei einem Double Move gegen Lattimore. Gemeinsam mit Bijan Robinson formt London das erste Falcons-Duo mit 100+ Receiving Yards seit 1981 (per AtlantaFalcons). Atlanta ist aktuell weit davon entfernt, einen Spieler under center zu haben, der so etwas wie Konstanz ausstrahlt, aber sie haben London innerhalb der Nummern involviert bekommen, sie haben immer wieder Eins-gegen-Eins-Duelle außerhalb kreiert, die für Penix leichter zu lesen sind – bitte mehr davon. Puka führt die NFL in Targets (49), Catches (42) und Yards (503) an und rettet dazu noch mein Fantasy-Football-Jahr, vielen Dank dafür.

Runningback: James Cook

Talk about eine lange überfällige Platzierung in dieser Kolumne. Cook konnte in jedem Spiel in dieser Saison 100+ Yards und einen Touchdown auflegen (per PFF) und stellte gegen New Orleans einen Bills-Rekord ein. Gegen die Saints konnte Cook im achten Spiel hintereinander einen Rushing Touchdown erzielen – die längste Serie in der Franchise-Geschichte (per YahooSports). Buffalo soll in den 70ern mal einen spektakulären Runningback gehabt haben, aber lasst uns nicht drüber reden. Wenn ich beschreiben müsste, wie ich Cook auf dem Feld wahrnehme, würde ich seinen Laufstil als „Smooth“ beschreiben. Er gleitet und nichts sieht jemals schwer für ihn aus. Mit einem 11,5-Millionen-Dollar-AVERAGE-Vertrag (per ESPN) in der Offseason hat Buffalo in meinen Augen erneut einen absoluten Steal bekommen. Mit der Nummer vier auf dem Rücken dürfte es eine Mammutaufgabe gewesen sein, jemals in die gleiche Konversation zu kommen, in der sein Bruder Dalvin jahrelang war, aber aktuell möchte ich sagen: James Cook ist einer der besten Runningbacks auf der Welt.

Linebacker: Devin Lloyd

Eine Devin-Lloyd-Breakout-Saison stand in diesem Jahr mal so was von nicht auf meiner Bingo-Karte. Der 2022 First-Round-Pick konnte während seiner Zeit bei der University of Utah zahlreiche Auszeichnungen erlangen und kam mit großen Erwartungen in die NFL, die er in den ersten Jahren in Jacksonville nicht erfüllen konnte. Zuletzt war Lloyd maximal ein durchschnittlicher NFL-Linebacker, aber in Anthony Campalines Defense spielt er früh in der Saison auf einem All-Pro-Level. Ein forciertes Fumble und zwei Interceptions gegen Brock Purdy und die 49ers am Sonntag sollten wohl das beste Spiel seiner immer noch jungen Karriere sein. Vor allem sein zweiter Pick war beeindruckend: Er lockt Purdy als Hook-Defender dazu, die Dig-Route zu Jennings zu werfen, liest das Play aber perfekt und kommt leicht zwischen den Ball und den 49ers-Receiver – gerne mehr davon!

Edge-Defender: Tuli Tuipulotu

In Tuli Tuipulotu spielte am Sonntag ein weiterer 60er Pick der letzten Jahre das beste Spiel seiner Karriere. 2023 wählten die Chargers den USC-Edge-Defender an Pick 54 aus und bereuten es – anders als möglicherweise die Jaguars mit Devin Lloyd – zu keinem Zeitpunkt. Tuli startete vielversprechend in seine NFL-Karriere und ist aktuell dabei, den nächsten Schritt zu machen. Eine 4-Sack-, 5-TFL- und 8- Pressure-Performance ist wohl so ein „Schritt in die richtige Richtung“. Einmal kam er unblocked von der Edge, ein anderes Mal sackte er Dart als Read Player bei einer Run-Pass-Option – das ist wohl das, was man einfach „Production“ bezeichnen würde. Aber er hat ebenso konstant mit seiner Power gewonnen und fast im Alleingang dafür gesorgt, dass Jaxson Darts Debüt doch noch in die Hose geht und die Gesichter im Football-Wohnzimmer lang sind.

Edge-Defender: Abdul Carter

Die Gesichter – oder eher: Mareks Gesicht – war aber nicht lang, denn auch auf der anderen Sideline gab es herausragende individuelle Performances. Der Sieg der Giants ist auf dem Rücken ihrer Defensive Line passiert. Genau so haben wir uns Giants-Siege in der Offseason vorgestellt. Dexter Lawrence, Brian Burns, sogar Kayvon Thibodeaux hatten gegen zugegebenermaßen sehr angeschlagene Chargers einen dominanten Auftritt. Auch 3rd-Overall-Pick Abdul Carter konnte zum ersten Mal in der jungen Saison so richtig glänzen. Zwar blieb er ohne Sack, sein Einfluss auf Justin Herbert war aber unumstritten. Carter brachte es auf 8 Quarterback-Pressures und eine Passrush-Winrate von 18,8 % bei 35 Passrush- Snaps (per PFF). Da waren sicher auch Plays dabei, wo er nur seine Athletik brauchte, um bei einem Stunt zu gewinnen oder im offenen Feld zu Herbert zu navigieren, aber man hat total gesehen, wie sein Speed an der Außenschulter von Tackles respektiert wurde. Immer wieder konnte er einen Counter-Move einbauen und an der Innenseite des Tackles gewinnen. Das Play des Spiels war für mich ein fieser Spin-Move, bei dem er genau das machte.


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